Unser traditioneller Rundgang durch die Rheinaue, diesmal mit unserem Förster Herrn Hundt und Frau Dr. Dresen vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen

Nach langem Warten war es am 14.10. endlich so weit und wir konnten gemeinsamen mit zwei Vertreter*innen der Stadtverwaltung unsere Runde durch die Rheinaue drehen. Michael Hundt, der zuständige Förster der Stadt, und Frau Dr. Dresen, eine Kollegin des in Worringen inzwischen gut bekannten Dr. Bauer vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen und eine Praktikantin bei der Stadt (Name leider nicht bekannt) sind unserer Einladung gefolgt.

Das die beiden der Einladung gefolgt sind, ist keine Selbstverständlichkeit und grundsätzlich ein positives Zeichen. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir die Möglichkeit für einen persönlichen Austausch hatten. Trotz des recht frühen Termins (16:00 Uhr) an einem Arbeitstag war Unser Worringen zahlreich vertreten.

Besuch der Stadtverwaltung in der Rheinaue Worringen Unser Versuch, die Gespräche ruhig und sachlich zu führen, hat in weiten Teilen gut funktioniert. Allerdings war die Bereitschaft der Verwaltung die teilweise wirklich offensichtlichen Fehler und Probleme mit dem Beweidungskonzept einzugestehen praktisch bei Null. Ein sehr offensichtliches Beispiel ist das Zufüttern bei den Rindern. Der Landschaftsplan sieht eindeutig vor, dass nach einer Mahd das Gras abgefahren werden muss. In der Rheinaue gibt es zuviel Nährstoffe und daher soll das Heu nicht auf der Fläche bleiben und so über diesen Nährstoffeintrag die gewünschten Pflanzen verdrängen. Ist ja leicht zu verstehen. Wenn jetzt den Rinder Heu auf die Wiese geworfen wird, kommen eben doch wieder zusätzliche Nährstoffe auf die Wiese. Dabei ist es natürlich völlig wurscht, woher das Heu stammt. „Aber das Heu stammt ja aus der Rheinaue“ kommt trotzdem wie aus einer Gebetsmühle – bei einer promovierten Biologin kann das kein Verständnisproblem sein. Es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf. Die Maßnahme muss unter allen Umständen als Erfolg verkauft werden – egal wie es tatsächlich aussieht.

Zerstörte Grasnarbe in Uferbereich: egal, das wird schon wieder. Keine der vorgeschriebenen Unterstände für die Rinder: ist doch gut gegangen. Keine Beschilderung der Wege: kommt sicher irgendwann in den nächsten Jahren mal. Willkürliche Mahd-Termine: der Bauer braucht ja gutes Heu und der NABU kontrolliert bestimmt. Es gibt keine passenden Erfahrungswerte für ein vergleichbares Biotop mit der Bewertung durch Rinder: wir gucken ja ab jetzt einmal im Jahr und in fünf Jahren wissen wir ob es geklappt hat… Es hatte wirklich etwas vom Rennen gegen die berüchtigten Windmühlen.

Gut ist, dass wir unsere stichhaltigen Argumente vorgetragen haben. Gut ist auch, dass man sehr gut sehen kann, was in bei der Beweidung alles nicht funktioniert. Wahrscheinlich war ein öffentliches Einräumen der Probleme einfach zu viel verlangt.

(Alle Bilder stammen von Maike Mäfers)